Bahnhof Braunsfeld
Köln, Aachener Str. 460
Güterbahnhof der Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn
Texte und Dokumente
Kurztext: Walter Buschmann



Kurztext

Die Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn war 1893|94 zur Anlieferung von Lebensmitteln aus dem Kölner Umland auf die Märkte der Stadt und für den Transport von Sand, Ton und Braunkohle errichtet worden. Die Bahn hatte mit den vom Bahnhof Braunsfeld ausgehenden Anschlussgleisen für die Fabriken in der Nachbarschaft einen wesentlichen Anteil an der Entstehung und Entwicklung des Braunsfeld – Ehrenfelder Industriegebiets zwischen Aachener und Venloer Straße. 1911–14 und 1923–25 wurde die Bahn nun durch die Stadt Köln als Eigentümerin kräftig ausgebaut und führte im Norden bis zum Niehler Hafen und dem daran anknüpfenden großen Industriegebiet mit Glasstoff Courtaulds (1925), Ford (1930) und Esso (1958).

1893 angelegt, diente der Bahnhof Braunsfeld dem Freiladeverkehr. Bis in die 1970er Jahre kamen hier die landwirtschaftlichen Produkte des westlichen Umlandes an, wurden über Ladegleis und Ladestraße auf Fuhrwerke, später auf Autos verladen, um via Aachener Straße auf die Märkte der Stadt Köln gefahren zu werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg dient die Ladestraße einem Wochenmarkt.

Auf den vier Zugbildungs- und Rangiergleisen (nicht erhalten) des Bahnhofs wurden die Waggons für die angeschlossenen Betriebe zusammengestellt. Der Bahnhof war an der Aachener Straße mit einem Stationsgebäude ausgestattet, das um 1940 durch ein Schrankenwärterhaus auf annähernd quadratischem Grundriß ersetzt wurde. Gleichzeitig entstand auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein kleines Schrankenwärterhaus. Als die Aachener Straße 1959 verbreitert wurde, wurde an das Schrankenwärterhaus ein kleiner Turmbau mit Flachdach angefügt und die Kreuzung mit einer elektrischen Schrankenanlage aus zehn Schrankenbäumen gesichert.

Am anderen Ende des Bahnhofs entstand an der Stolberger Straße Mitte der 1950er Jahre ein elektrisches Drucktastenstellwerk. Der hochaufragende Bau ist mit gelben Ziegeln verblendet. Die Fahrdienstleiterkanzel kragt dreiseitig über den Hauptkörper aus, wird großflächig durch Stahlfenster belichtet und findet seinen Abschluss in einem stark überstehenden Flachdach.