Blauer Hof
Köln, Heideberger Str. | Dortmunder Str. | Kasseler Str. (Buchforst)
Gemeinnütziger Wohnungsbau, GAG-Siedlung
Texte und Dokumente
Kurztext: Alexander Kierdorf


Kurztext

Der Blaue Hof war das erste Bauvorhaben, das die GAG auf dem im Jahre 1926 erworbenen "Kalkerfeld" durchführte. Der eigentliche Blaue Hof wird begrenzt von der Kasseler Str., der Dortmunder Str., der Hertzstr. und der Waldecker Str. Ergänzt wird die Siedlung durch einen weiteren, südlich gelegenen Hof, der an die Heidelberger Str. grenzt.

Durch die auf der Heidelberger Straße verlaufende Straßenbahnverbindung nach Mülheim oder Köln und nach Bergisch-Gladbach war die Siedlung wie das gesamte Kalkerfeld von Anfang an gut angebunden. Die Versorgung der Bewohner wurde durch von Anfang an geplante und errichtete Ladenlokale sichergestellt.
Der Zugang zu der im Inneren gelegenen Grünfläche erfolgte durch einen von markanten Eckbauten gesäumten Eingang an der Kasseler Straße. Die allgemein zugängliche Grünfläche, die der Erholung der Bewohner diente, lag etwas tiefer als die Trockenflächen direkt an den Häusern und war durch eine Böschung und Zäune von diesen getrennt.

Die Architekten Wilhelm Riphahn und Caspar Maria Grod, die gemeinsam für die Planungen und den Bau verantwortlich waren, errichteten den Komplex im " Internationalen Stil". Beide Architekten führten auch gemeinsam die Gesamtplanung für das "Kalkerfeld" durch. Dabei ermöglichten sie durch Ausrichtung des Baublocks in Nord-Süd-Richtung optimale Belichtung und durch die große Grünfläche im Inneren gute Durchlüftung und hohen Erholungswert für die Siedlung. Bei der farblichen Gestaltung wirkte der konstruktivistische Kölner Maler Heinrich Hoerle mit.

Für jede Wohnung war eine Loggia vorgesehen. Alle Wohnungen hatten eigene Toiletten und die größeren wurden mit einem Bad ausgestattet. Die Siedlung wurde ursprünglich für ärmere, kinderreiche Familien gebaut, die dem Bau der Mülheimer Brücke weichen mussten. Durch den geräumigen Innenhof und die Loggien zu jeder Wohnung waren diese lichterfüllt und luftig. Die Bevölkerung sollte gesunde Wohnungen mit Zugang zur Natur erhalten.

Die seit 1988 als Baudenkmal eingetragene Siedlung wurde zwischen Juni 2006 und April 2010 komplett saniert. Dabei wurde der Wohnraum den heutigen Anforderungen angepasst. Alle Wohngebäude erhielten neue Flachdächer, eine 6 cm starke Wärmedämmung und Heizungen die bis dato nicht vorhanden waren. Die straßenseitigen Fassaden erhielten einen weißen Anstrich, zudem wurden rote Sprossenfenster verwendet. Die zum Innenhof liegenden Fassaden wurde in zwei verschiedenen Blautönen gestaltet – dort wurden weiße Sprossenfenster verwendet. Mit diesen Maßnahmen wurde das Siedlungsbild dem Ursprungsplanungsstand des Jahres 1926 angeglichen


Literatur

• Werner Heinen, Annemarie Pfeffer: Köln: Siedlungen. Band 1: 1888–1938 (= Stadtspuren – Denkmäler in Köln. Bd. 10), Köln 1988, S. 206–212
• http://de.wikipedia.org/wiki/Blauer_Hof_%28Wohnhausanlage%29