Feuerwache Melchiorstr.
Köln, Alte Feuerwache in der Melchiorstraße (Nördl. Neustadt)
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Alte Feuerwache Köln



Texte und Dokumente
Kurztext: Alexander Kierdorf
Sabine Overdieck: Die alte Feuerwache in Köln. Seminararbeit an der RWTH Aachen. Lehrgebiet Denkmalpflege. 2005



Kurztext

Bauzeit: 1890 – 92
Architekten: n. bek,; Büro Stadtarchitekten

Mit der Verdoppelung des Stadtgebietes durch die Errichtung der Neustadt war auch eine leistungsfähige Berufsfeuerwehr notwendig geworden. In den Jahren 1890 – 92 wurde deshalb am Sudermannplatz im Agnesviertel eine moderne Feuerwache erbaut. Sie bestand aus Wagenhalle mit Ställen und Wachräumen, Wohnhaus, Direktion, Steigehaus sowie weiteren Bauten für das städtische Fuhramt. Die fast einen ganzen Baublock einnehmende Bautengruppe ist um einen Innenhof angeordnet und von außen durch zwei Tore zugänglich. Die in gelbem sowie rotem Backstein und wenigen Rotsandsteinteilen ausgeführten Bauten sind klassische Beispiele solider gründerzeitlicher Architektur, selbst nach Kriegszerstörung der hohen, mit Gauben versehenen Dächer und einiger Teile der Bausubstanz. Nach Verlegung der Wache um 1975 sollte die Anlage abgebrochen werden, wurde aber nach zähem Widerstand lokaler Bürger als eigenverwaltetes Bürgerzentrum neu genutzt. In zwei Bauabschnitten stellte das Büro "Stadtarchitekten" die Bauten wieder her, ergänzte über der als Gaststätte genutzten Wagenhalle einen Saal und baute auch den nördlichen Eckbau in modern interpretierten Formen wieder auf. Das "Bürgerzentrum Alte Feuerwache" mit seiner Vielzahl von Aktivitäten ist ein erfolgreiches, auch architektonisch überzeugendes Beispiel der baulichen und sozialen Stadterneuerung durch Umnutzung und Neubelebung.
Sabine Overdieck
Die alte Feuerwache in Köln


Geschichte

Schon im Mittelalter versuchte man den häufigen Feuersbrünsten in der eng bebauten Stadt Köln zu begegnen. So regelte die städtische Feuerordnung von 1360 die Organisation und Ausstattung einer freiwilligen Feuerwehr. In französischer Zeit versah das freiwillige "corps de Pompiers" den Löschdienst. 1866 wurde am Apostelnkloster eine nächtliche Brandwache eingerichtet. Eine wesentliche Voraussetzung für eine effektive Brandwehr war der Ausbau der öffentlichen Wasserversorgung, der 1868 begann, und die damit verbundene Einrichtung von Löschwasserhydranten. 1871 beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Gründung einer Berufsfeuerwehr.

1872 leisteten 50 Männer den feierlichen Fahneneid mit dem sie sich zur Kölner Berufsfeuerwehr verpflichteten. Darunter ein Branddirektor, ein Feldwebel, drei Oberfeuerwehrmänner und 45 Feuerwehrmänner. Finanzielle und andere Schwierigkeiten führten jedoch dazu, dass nach wenigen Tagen 33 Männer auf eigenen Antrag wieder entlassen wurden. Bis Ende 1873 waren dann bereits 146 Mann eingestellt worden. Neben der Berufsfeuerwehr war 1872 noch eine Freiwillige Feuerwehr aus zwei Kompanien zu je 100 Mann gebildet worden.

Neben der Feuerwache 1 am Apostelnkloster und gab es seit 1872 eine Feuerwache 2 im Rathaus am Alter Markt. Nach Eingemeindung der Vororte Ehrenfeld und Nippes 1888 erhöhte sich die Anzahl der Feuerwehrmänner auf 68, die Feuerwache 1 wurde erweitert. 1888 wurde von der Feuerwehr die erste Dampfspritze in Betrieb genommen.

Nun folgte auch der Bau der 3. Kölner Feuerwache an der Melchiorstraße, die als Hauptfeuerwache und Branddirektion am 15. September 1890 in Betrieb genommen wurde. Zu Beginn des Ersten WK war die Zahl der Feuerwehrmänner auf 233 angewachsen und man verfügte über den ersten automobilen Löschzug in Europa mit Dampfspritze und Dampfdrehleiter, bald abgelöst durch Elektro- und Benzinantriebe.



Chronik

1888 – 1890
Fertigstellung der neuen Hauptfeuerwache

1974
Der Rat der Stadt Köln beschließt den Abriss der Gebäude nach dem Auszug der Feuerwehr und den anschließenden Bau eines Wettkampf-Schwimmbades

1976
Gründung der Arbeitsgruppe "Feuerwache" in der Bürgerinitiative Nördliche Altstadt (BINA);
Die Bürgerinitiative kämpft gegen den Abriss der Anlage und entwickelt ein Nutzungskonzept

1977
Gründung des Vereins Bürgerzentrum alte Feuerwache (BAF);
Ihr Ziel: die Erhaltung der alten Gebäude und der Betrieb eines Bürger-, Kommunikations- und Kulturzentrums

1978
Auszug der Feuerwehr; Besetzung durch den Verein BAF. Die Rahmenkonzeption des BAF e.V. wird verabschiedet und ein 1. offizielles Gespräch mit der Stadt Köln findet statt; Die Stadt Köln möchte nun ebenfalls den Erhalt und die Umnutzung zum Bürgerzentrum; Es beginnen die Auseinandersetzungen um die Trägerschaft - und dauern 8 Jahre an

1980
Die Alte Feuerwache wurde am 01. Juli 1980 unter Denkmalschutz gestellt

1981
Die Stadt akzeptiert die "Zwischennutzung" durch den Verein; Sie gewährt Unterstützung in Form von Gerät, Mobiliar und Übernahme der Energiekosten; Außerdem kontrolliert die Stadt die Schlüsselausgabe durch einen städtischen Hausmeister; Herausgegeben wurde der Schlüssel nur nach schriftlichem Antrag und schriftlicher Genehmigung, was zu einem regen Schriftwechsel führte (bis zu 10 Briefe am Tag)

1986
Das Bürgerzentrum „Alte Feuerwache" wird nun vom Verein BAF e.V. betrieben. Der kommunale Zuschuss trägt 90% der Betriebskosten, 10% werden über Eigeneinnahmen des Vereins finanziert

1987 – 89
Der 1.Bauabschnitt wird realisiert, Renovierungsmaßnahmen werden umgesetzt

1993 – 95
Der 2. Bauabschnitt, mit Neubau- und Renovierungsmaßnahmen, wird durchgeführt

2000
Die Kürzungen des städtischen Zuschusses erschweren das Fortbestehen der Alten Feuerwache. Diese bringt nun mehr als die Hälfte der Betriebskosten selbst auf
3. Bauabschnitt:
Branddirektion, Ausstellungsgebäude (Wagenschuppen)
Aus gründen der fehlenden Finanzierung sind weitere Ausbau- und Gestaltungsvorhaben zurückgestellt; Kosten: 1. Bauabschnitt ca. 4,5 Mio. DM, 2. Bauabschnitt ca. 4,1 Mio. DM




Gesamtanlage

Gesamtanlage
Fassade
Entlang der begrenzenden Straßen, aber zum Hof hin ausgerichtet sind eine Anzahl Gebäude unterschiedlicher Höhe und Zweckbestimmung gruppiert. Von den 5000 m2 Grundfläche des Komplexes wird über die Hälfte durch den zentralen Innenhof in Anspruch genommen, der früher der Übungsplatz der Feuerwehr gewesen ist.
Die Gebäude haben vorwiegend zweifarbig gegliederte Fassaden. Ihr dunkelrotes Backsteinmauerwerk ist durch Streifen, Gewände und Traufgesimse aus gelben Ziegeln sowie Werksteingliederungen aus Basalt und Buntsandstein reich ornamentiert. An den Straßenfronten schmücken außerdem zahlreiche Zieranker die Fassaden. Bogenfenster und –türen finden sich an nahezu jeder Fassade in den unterschiedlichsten Ausformulierungen.

Die Alte Feuerwache ist aus massivem Stein gebaut. Neben den Außenmauern tragen die Treppenhäuser als massive Kerne die Lasten ab. Im Bereich der Wagenhalle und der Stallungen halten filigrane Eisenstützen die Kappendecken. Alle anderen Bereiche sind durch opake Wände gegliedert und zeichnen sich durch eine in erster Linie funktionale Raumdisposition und -größe aus. Die Stützen und Kappendecken sind bis heute sehr gut erhalten und verleihen den Räumen eine ganz besondere Atmosphäre.



Einzelne Bauten

Steigeturm. Foto 2005
Steigeturm

Der viergeschossige Steigeturm der Feuerwache ist das höchste Gebäude des Ensembles. Hinter den Fensterhöhlen der äußeren Achsen befinden sich Schächte, die vom Keller bis ins Dachgeschoss reichen. Mit ihren vormontierten Eisenleitern dienten sie den Feuerwehrmännern zur Übung und nahmen außerdem die 15m langen Schläuche zur hängenden Trocknung auf. Im Turm befanden sich auch Werkstätten, Lager- und Baderäume. Der Turm trug ein Walmdach mit Zwerchhäusern und Belvedere.
In die gebäudehohen Schächte, die den Feuerwehrmännern zur Übung und den Schläuchen zur Trocknung dienten, wurden im Rahmen der Umnutzung Böden eingezogen. So wurde in den einzelnen Etagen Grundfläche dazu gewonnen. Hinter den noch immer offenen Fensterhöhlen zum Innenhof befinden sich Loggien, die die Verbindung zwischen erschließendem Treppenhaus und geschlossenen Räumen, z.B. dem Mädchenbereich, herstellen.

In den vom Innenhof aus gesehenen rechten Schacht wurden ebenfalls Fußböden eingebracht. Zusätzlich wurden hier noch Fenster in die leeren Fensterhöhlen eingebracht, wodurch diese Ebene zur Außenwand wurde. Die einstige Außenwand wurde entfernt und durch einen Unterzug ersetzt. Durch den Verzicht auf die Loggien konnte der ganzjährig nutzbare Raum um eben diese Fläche erweitert werden. Der Schacht, der sich zur Balthasarstraße hin orientiert enthält im obersten Geschoss noch die Aufhängevorrichtungen zum Trocknen der Schläuche. Auch hier sind in jeder Etage Böden eingezogen worden, die in diesem Falle die Nutzung als Toiletten bzw. Abstell- und Putzräumen ermöglichen.

Die Dachaufbauten, ein Walmdach mit Zwerchhäusern und Belvedere sind dem 2. Weltkrieg zum Opfer gefallen und nicht wieder aufgebaut worden, der Turm schließt heute flach. Zwischenzeitlich krönte ein Funkmast den Steigeturm. Dieser wurde jedoch aus sicherheitstechnischen Gründen entfernt, da die Standsicherheit nicht mehr gegeben war.
Die Fassaden wurden 1989, mithilfe von Heißdampf und ohne chemische Zusätze vorsichtig gereinigt.
Die Maueröffnungen der Bogentüren im Inneren des Steigeturms sind weiterhin sichtbar, wenn auch heutige Standardstahltüren die Funktion übernommen haben. Das alte Treppenhaus mit dem alten, schmiedeeisernen Geländer ist weitgehend gut erhalten. Es wurde lediglich gestrichen. Die oberen Bereiche der Treppenhäuser mussten teilweise durch den Einbau einer abschließbaren Eisengittertür geschützt werden. Diese nur schwer kontrollierbaren Abschnitte des Gebäudes wurden in der Vergangenheit gerne widerrechtlich als Unterkunft genutzt, was der Erhaltung des Gebäudes entgegenwirkte und deshalb unterbunden wurde..


Funkleitzentrale

Im Erdgeschoss dieses lang gezogenen Gebäudes befanden sich die Pferdestallungen sowie die Fahrerstube. Darüber war die Funkleitzentrale eingerichtet und im Dach befand sich der Futterboden.

Im Erdgeschoss, den ehemaligen Stallungen, befindet sich der sog. "Offene Treff' und genauso offen ist auch der Raum. Schlanke Eisenstützen bilden die tragende Konstruktion und gliedern den Raum. Belichtet wird die Räumlichkeit durch Oberlichter zur Balthasarstraße und große Rundfenster zum Innenhof. Diese Rundfenster waren ursprünglich die Stalltore. Nachträglich wurden die Brüstungen eingebracht, wie wir sie heute sehen können. Das 1. Obergeschoss ist äußerlich nahezu unverändert geblieben. Geschützt schmiegte sich um 1890 ein kleiner Austritt oder Balkon an Funkleitzentrale und Steigeturm. Im Original ist dieser Balkon leider nicht mehr erhalten, aber es wurde ein modernes Pendant geschaffen, welches das Erscheinungsbild erhält und trotzdem nicht historisierend oder imitierend auftritt. Das alte Dach mit seinen Aufbauten ist nicht mehr erhalten. Der 2. Weltkrieg hat auch hier seine Spuren hinterlassen, und so verzichtet der heutige Dachaufbau auf die oberste Ebene und besitzt dafür in der vorhandenen Dachfläche Gaupen zur Belichtung, die sich in das Gesamterscheinungsbild einfügen.


Wagenhalle und Mannschaftshaus

Wagenhalle mit Aufstockung. Foto 2005
Mannschaftshaus
Im Erdgeschoss gab es neben der Wagenhalle den Mannschaftssaal mit Waschraum sowie die Wachstube. Das 1. Obergeschoss beherbergte die Mannschaftsstuben, eine Küche, je einen Raum für den Nachtwachtinspektor und den Schutzmann, eine Arrestzelle, die Wohnung des Mechanikers, eine Werkstatt und den Telegraphensaal. Die Wohnungen für den Feldwebel und den Brandinspektor sowie der Turnsaal waren im 2. Obergeschoss untergebracht.
Weitestgehend unversehrt hat das Mannschaftshaus den Krieg überstanden. Auch nachfolgende Umbaumaßnahmen haben das Äußere des Gebäudes nicht wesentlich verändert. Das Innere wurde z.B. durch zusätzliche Wände den Nutzungsanforderungen, z.B. dem Kinderbereich, angepasst. Zu den am stärksten zerbombten Gebäuden des Feuerwehrensembles gehört die ehemalige Wagenhalle. Bis auf das Erdgeschoss fiel der Mittlere Teil des Gebäudes dem 2. Weltkrieg zum Opfer. Der äußere Gebäudeteil, das Treppenhaus an der Einfahrt, büßte in den Kriegsunruhen das letzte Geschoss mit Dach ein. Der oben erwähnte Mittelteil wurde durch einen Neubau ersetzt, der die Höhe von 1,5 - 2 Geschossen hat und einen Mehrzwecksaal beherbergt. Ein Teil dieses Saals, in Form eines Kubus, wurde um 90° verdreht auf das Erdgeschoss aufgesetzt. Zwei der Ecken ragen dadurch über die Wagen halle heraus, eine auf Seite der Kasparstraße und eine zum Innenhof hin. Der Neubau des Mittelteils versucht äußerlich in der Farbgebung Bezug zum Bestand herzustellen. Das Gebäude erscheint farblich wie ein Negativ zu den bestehenden Bauten, die Hauptfarbe ist Gelb, die Ornamente sind, wie Backstein, dunkelrot.

Spuren von Ausbesserungen und Reparaturen finden sich am ganzen Gebäudekomplex. An den Bauten der Feuerwache an der Kasparstraße wurden die beschädigten Bereiche der unterschiedlichen Ornamente aus ockerfarbenem Klinker recht gut ersetzt. Die Ersatzteile fügen sich in das Gesamtbild ein und erhalten es, trotzdem ist erkennbar, was alt und was neu ist. Die Verfugung könnte sich jedoch in Technik und Farbe sorgfältiger am Denkmalorientieren.
Der Wiederaufbau des Treppenhauses neben der Einfahrt hebt sich recht stark vom Bestand ab. Es wurden rote Klinker gewählt, die sich vom erhaltenen Backsteinmauerwerk stark unterscheiden. Außerdem ist der Aufbau in anderem Mauerwerksverband ausgeführt. Während das erhaltene Bauwerk im Kreuzverband ausgeführt wurde, besitzt der darauf sitzende Aufbau einen Läuferverband. Durch die lückenlose Fortführung von altem und neuem Werksteinornament, bis hin zu einem an den Neubau modellierten Anschlussdetail, werden die Altersstufen verwischt. Eine Trennung gibt es etwas verwirrend - kurz hinter dem fließenden Alt- Neu-Übergang, zwischen zwei Neuteilen.

Im Erdgeschoss befindet sich das LOKAL, eine Gaststätte. Decke und Stützenkonstruktion sind erhalten und geben dem Raum eine besondere Atmosphäre. Um das LOKAL von der Straße aus direkt zugänglich zu machen, wurde eine Tür in die Außenwand gebrochen. Ursprüngliche erfolgte die Erschließung über den Innenhof. Die acht Tore für die Pferdespänner sind im Laufe der Jahre diverse Male umgebaut worden. Im Rahmen der Umbaumaßnahmen des LOKALs wurden bodentiefe Rundbogenfenstertüren erstellt, welche an das ursprüngliche Erscheinungsbild der Wagentore anknüpfen. Neben der Gaststätte wird die Wagenhalle durch Sanitäranlagen und ein Foyer bespielt. Die Wände des Sanitärbereichs reichen nicht bis zur Decke der Halle und die Wand zwischen Foyer und LOKAL ist - wo sie nicht gläsern ausgeführt wurde, mit einem Lichtband bis zur Decke versehen. Auf diesem Wege wird die ursprüngliche Ausdehnung der offenen Wagenhalle, wenn schon nicht unmittelbar erlebbar, doch nachvollziehbar erhalten.


Fuhrparkgebäude

Das winkeiförmige alte Fuhrparkgebäude an der Süd-West-Seite des Grundstücks bot im Erdgeschoss neben der Einfahrt Raum für die Schmiede und eine kleinere Stallung. Im 1. Obergeschoss befand sich die Wohnung des Fuhrparkinspektors und im Geschoss darüber die des Schirrmeisters sowie des Ober­feuerwehrmanns.

Das Fuhrparkgebäude wurde ebenfalls im Krieg schwer beschädigt. Der Aufbau gleicht in Art und Weise dem des Treppenhauses des Nachbargebäudes mit der Wagenhalle. Auch Stärken und Schwächen in der Umsetzung sind ähnlich. Das Volumen des Wiederaufbaus ist schlicht und gleicht dem ehemaligen Fuhrparkgebäude. Die Fenster im wieder aufgebauten Teil verzichten auf die Bogenfenster, gleichen aber in ihren Proportionen den alten Fenstern. Da für die erste Etage bodentiefe Fenster geplant wurden, musste in diesen Bereichen ein Teil der denkmalwerten Substanz ausgestemmt werden. Andererseits gibt es alte Bogenfenster und -türen die zugemauert wurden.

Der Spalt zwischen dem südlichen und dem westlichen Teil des Fuhrparkgebäudes bietet Raum für die vertikale Erschließung. Des weiteren gibt es im Südflügel eine vertikale Erschließung, auch hier ist die alte Treppenanlage weitestgehend erhalten und in gutem Zustand. Das alte Fuhrparkgebäude beherbergt in erster Linie Werkstätten, wie z. B. die Kostümwerkstatt. Daneben gibt es Räume für Veranstaltungen und Gruppenarbeit. Die alten Tragstrukturen der Stützen und Kappendecken sind sehr gut erhalten.


Branddirektion

Das gelb geklinkerte Direktions- und Verwaltungsgebäude beherbergte die Branddirektion. Im Erdgeschoss befand sich die Wohnung des Direktors, im Obergeschoss die Verwaltung.
Die Branddirektion wurde noch nicht grundlegend renoviert, da z. Zt. Die finanziellen Mittel für Umbaumaßnahmen nicht zur Verfügung stehen. In der Branddirektion befinden sich neben dem Büro für Stadtteilarbeit die Küche, ein Fotolabor sowie weitere Gruppenräume. Ausbesserungen sind auch hier an der Fassade zu sehen, doch sie sind sehr professionell in das Gesamterscheinungsbild integriert worden.
Das niedrige Gebäude an der Südseite des Grundstücks bot im Erdgeschoss den Stallungen, der Kutscherstube und dem Waschraum Platz. Darüber sind Futterboden und Geschirrkammer untergebracht. Unter dem Dach befindet sich der Heuboden.


Wagenschuppen

Der zum Hof hin offene Wagenschuppen des städtischen Fuhrparks stand südlich der Einfahrt Melchiorstraße. Der ehemalige Wagenschuppen steht nicht unter Denkmalschutz und wird zur Zeit als Ausstellungsraum genutzt. Er ist offen und bar jeglicher Einbauten. Lediglich Aufhängevorrichtungen und Beleuchtungsmittel lassen die Funktion des Gebäudes erahnen.
Die Details zeigen, dass Instandsetzungen vorgenommen werden und die Gebäude daher in gutem Zustand sind. Es würde dem Gesamterscheinungsbild jedoch gut tun, wenn etwas mehr Sorgfalt in diese Details gelegt würde.